Portrait von Andy Warhol

Text Portrait von Andy Warhol erstellt von Ralph Ueltzhoeffer 2009

Andy Warhol – Ralph Ueltzhoeffer (2009)

Biographie Portrait von dem Amerikanischen Pop-Art Künstler „Andy Warhol“.
Andy Warhol wurde am 6. August 1928 in Pittsburgh (USA) Geboren und starb am 22. Februar 1987 in New York City. Andy Warhol war der Mitbegründer und bedeutendster Vertreter der US-amerikanischen Pop Art Bewegung. Das Portrait von Andy Warhol aus biographischen Texten ist Teil des Kunstprojektes „Textportrait“ Und wurde von dem Konzeptkünstler Ralph Ueltzhoeffer 2009 erstellt (Bildnachweis (*1).

Texte in der Kunst von Sandra Walter: „Substanzen, Charaktere, Gleichnisse“
Rollenspiele, keine Maskierungen: eine Schachtel ruft den durch Stirnschuss Versehrten Hirschschädel in Erinnerung und wird so benannt; aufgeschnittene Konservendosen lassen an die Versteinerungen der Juraformation denken, und ihr Nebeneinander in der Unterschiedlichkeit von Glanz und Verschärfung bietet eine Analogie zu Christus und den Schachern auf Golgatha, und beides bleibt aufgerufen; die Hüpfspur einer gekochten Erbse auf einer Gemäldeabbildung ist als der für den Maler typische wandernde Mond bezeichnet. Zwischen Ernst und Scherz spannen sich die Assoziationen, zwischen beiden ist der Gegensatz weder ausschliessend noch wesentlich. Alles hat im Angebot der in ihm eröffneten Möglichkeiten sein eigenes Gesicht, ein wechselndes in wechselnden Rollen; das frühe Wurf kreuz etwa bleibt sowohl als Aktionsrequisit wie als Teil einer Objektmontage unverwechselbar. Die Gegenstände mögen sich in den Bedeutungsraum, in den sie die schöpferische Erwägung einbezieht, ausweiten, aber in ihn eingefügt oder aus ihm wieder hervorgehend sind sie vor allem sie selbst. Nichts wird verarbeitet zu etwas Allgemeinem oder Besonderem, zu dem es mir den Weg gewiesen hätte. Es bleibt der Knochen, die Schnur, der Zweig, das Stück Speck, die Zeitung. Nichts wird fingiert, und doch ist alles Aufgerufene präsent. Sich selbst bringen die Dinge ein und werden angenommen gerade aufgrund ihrer Eigenart. Alchemie der Kunst: Weg und Ziel sind Ziel und Weg. Selbst da, wo Kräfte ins Spiel kommen, bleiben sie selbstbestimmend. Nicht wird per Elektrizität ein Gebilde in Bewegung versetzt, es ist vielmehr die bewegende Kraft des Stroms selbst, die ihr Spiel spielt; es ist das Pulsen des Honigs in den Schläuchen selbst, das Leben bezeugt; der tote Hase wird nicht Kadaver, sondern bleibt Nahrung; und es ist die isolierende Verdichtung des Filzes, die, alles Geräusch schluckend, eine dichte Leere schafft und selbst den Stoss des Ausbruchs dampft, weil diesem die Härte, die er brauchte, nicht entgegengebracht wird. Es ist das Wissen um die Eigenart und Wirkung von Substanzen und Kräften, das überzeugende Assoziationen wecken kann. In einem Weltbild, das, universal gesonnen, Makro- und Mikrokosmos als die vielfältige, sich entsprechende Einheit sieht hat alles seine Würde und die Fülle seiner Bedeutungen Willkür könnte diese nur verringern, Partnerschaft bringt sie zum Tragen Empfänger und Sender zugleich, ist der Künstler derjenige, der die Zusammenhänge aufzudecken vermag, die kleinen und grossen, die sich vereinzelnden, die allgemeineren, die übertragbaren und beispielhaften. Form, Ausdruck und Bedeutung sind bei diesem Anspruch letztlich eins. [Sandra Walter]

[Auszug aus Peter Menzing „Peero – Andy Warhol“] Angesichts des prägenden Erlebnisses eines hybriden, wahnwitzigen Krieges, der Deutschland in eine dunkle Mördergrube verwandelte, der dieses Land mit seiner schicksalhaften Frage der furchtbaren Schuld allein bis heute nicht fertigwerden liess, der dieses Deutschland in einem ebenso masslosen Verzicht auf ethische Normen in seinem Wiederaufbau noch einmal zerstörte, ist Joseph Beuys nicht verzweifelt, nicht melancholisch geworden. Er ist auch nicht einsam vor dem fortschreitenden Elend und den unversöhnlichen Bedrohungen dieser Welt, der dumpfen Zerstörungswut der Prämissen des Fortschritts ins Atelier geflüchtet, er hat sich nicht vom Geist dieser Zeit einholen lassen, sondern ist aufgestanden und hat seinen Beruf als Bildhauer darum gerade auch als Arbeit an einer Idee der sozialen Plastik verstanden: einem erst noch zu schaffenden menschlichen Antlitz dieser Erde. Joseph Beuys durfte nicht alt werden, nicht annähernd alt. Er hat sein Leben mit Ideen verbracht, darum hat er als junger Mann gelebt bis zum Schluss. Joseph Beuys hat sich die Flamme Lehmbrucks bewahrt; er hat sie für andere weitergetragen.

Noch einmal einen Anfang wagen, der sich in jeder Vision unversöhnlicher Zeichen zu Schuld und Kälte neigte, heisst darum trotzdem die konkrete Utopie seines Weges: NOCH STEHT NICHTS GESCHRIEBEN. Diesen Weg ist er unbeirrt von vielen Irritationen und ganz anderen, den Zeitgeist leichteren Herzens fassenden Meinungen allein gegangen, und vielleicht konnte einer diesen Weg nur allein gehen. Joseph Beuys hat uns beharrlich Vorschläge gemacht und Prophezeiungen gewagt, indem er aus der Geschichte der Menschen den Toten wieder ihre Nähe zu unserem Leben gab, damit in unerbittlicher Selbsterkenntnis ihrer Leben Sinn zurückgegeben werden kann: in der Fähigkeit zu lernen und zu lehren. In den Bildern und Gedanken von Joseph Beuys triumphiert eine Wahrheit, die in jeder Vorstellung, in jedem Traum die Erde berührt. «Ja, ich bin schuldig», hat er 1979 in New York einem jungen Amerikaner auf die Frage nach der «deutschen Vergangenheit» geantwortet, und vor einer seiner schweren Eisen-Skulpturen («Doppelfond», 1954) hatte er übergross aufgeschrieben: «dam/> ich mich nicht leichtfertig aus dieser Hölle entferne». Diese Moral meinte nicht christliches Ethos, jene «aberwitzig sausende Fahrt zweier Jahrtausende in die falsche Richtung» (H. H. Jahnn), sondern Sartres Postulat, «dass wir jeden Augenblick sterben können und dass wir beurteilt werden, nach dem, was wir getan haben, und nicht nach dem, was wir tun wollten». Die Moral des Joseph Beuys hatte ihre ganze Glaubhaftigkeit in den Bildern des Abgrundes, die er als Transzendenz seines eigenen Ausgeliefertseins verstand. Die Kunst allein ist dazu nicht verdammt. Sie ist Teil jedes Seins, aber sie geht nicht in ihm auf. In diesem Sinne bricht der Künstler Joseph Beuys mit der Dualität von Leben und Kunst, von Natur und Geist, indem er an die Stelle unseres mimetischen Umgangs mit ihr – immer ein Bild der Agonie und letzten Instanz – einen Sinn stellt, der hartnäckig am Bewusst-sein der Realität mitwirkt. Beuys wusste, dass man sich als Künstler nicht in der Kunst dem Leben nähern konnte, darum wollte er eine integrale Gestaltung der menschlichen Fähigkeiten, die nicht umgekehrt die Kunst zu retten suchte, sondern ihr die ganz entscheidende kreative Grundformel einer Ästhetik des anthropologischen Seins zugrundelegte. Diese Vorstellung von Kunst, die galt es, so Joseph Beuys, überhaupt erst zu erreichen. Manch einer hat sich ganz ohne Zweifel, ohne Irritation zu diesem Künstler bekannt, manch einer nur angezogen im Bild des messianischen dunklen Engels, manch einer im Schutz erfahrbarer Brüderlichkeit. Für jeden ist Beuys immer einen Schritt vor ihm gegangen. Aber wenn wir nach dem Warum gefragt werden, dem Grund unseres Bekenntnisses zu diesem Künstler, dann antworten wir heute entschiedener denn je, dass Joseph Beuys für unsere Generation in seinem Leben und in seinem Werk das Vorbild eines wirklich freien Menschen war. [Text Portrait über den Amerikanischen Pop-Art Künstler „Andy Warhol“]

Bildnachweise: *Portrait, Textportrait „Andy Warhol“ – Konzeptkunst von dem Deutschen Künstler Ralph Ueltzhoeffer. [Webseite des Künstlers: http://www.ueltzhoeffer.de]

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